Sonntag, 12. März 2017

Herrchenglück. Vom Chaos auf acht Pfoten.






Luna atmet tief durch und wirft mir einen gereizten Blick zu. Ich kenne diesen Blick gut. Er bedeutet: „Warum hast du uns das angetan, du Idiot, es war so schön ruhig hier!“

Was ist passiert? Was kann so dramatisch sein, dass es einen vierzig Kilogramm schweren, siebenundsechzig Zentimeter hohen Schäferhundpumakängurumischling von altem Krawall-Adel, dessen Unbotmäßigkeiten ein ganzes Buch füllen, aus den Latschen haut?


Wiki ist passiert! Im Hause Dodillet schlägt der Zweithund-Virus zu. Alle umliegenden Tierheime werden abgeklappert, und es kommt, wie es kommen muss: Hündin Luna verknallt sich Hals über Kopf in einen zwölf Monate alten Schwerstrüpel, einen Mix aus kleinem Jagdhund und noch kleinerem Terrier – hyperaktiv und pubertierend. 

Getreu dem Motto »Warum einfach, wenn’s auch doppelt geht?« lässt sich die Familie fortan von zwei Hunden auf der Nase herumtanzen.

      
Gemischtes Doppel.
Der Wahnsinn geht weiter.

Als man sich entschließt, einen zweiten Hund aufzunehmen, ahnt keiner, auf welches Chaos man sich einlässt. Jung, ungestüm und mopsfidel – das ist Wiki, der jüngste Hundespross in der Familie. Kaum hat der Kleine die Probezeit überstanden, zeigt er, was er wirklich draufhat. 

Gänse jagen in Nachbars Garten, Butter vom Frühstückstisch klauen und BHs zerfetzen sind bevorzugte Hobbys und treiben Herrchen in den Wahnsinn. Aber auch Lunas Geduld hat Grenzen, als der Rotzlöffel am dritten Tag in Folge ein Kaustäbchen aus ihren Pranken mopsen will: Sie verpasst dem Kleinen eine gehörige Abreibung, die fünf schmerzhafte Stiche beim Tierarzt einbringt. Womit ein für alle Mal geklärt wäre, wer hier der Chef ist. 

Mit viel Witz und Ironie erzählt der Autor von seinem nervenaufreibenden Leben mit zwei sehr liebenswerten, aber erziehungsresistenten Hunden – feinstes Lesefutter für alle Hundeliebhaber.



Ein ganz normaler Tag 
im Leben von Luna und Wiki.





04:30 
Zweistimmig den ersten Spatz auf dem Fensterbrett anbellen.
05:30 
Sich vor Zweibeinerbetten aufstellen. Bellen, fiepen, heiser jaulen. 
06:30 
Eine Unterhose erbeuten und zerkauen. 
06:35 
Eine Wäscheklammer verzehren. 
06:40 
Jammern! 
06:45 
Wirkt immer. Zweibeiner stehen auf. 
07:15 
Abhauen und beim Nachbarn die Enten um den Teich jagen. 
07:25 
Eingefangen werden. Anschiss kassieren. 
07:30 
Zusehen müssen, wie das Loch im Zaun mit Baumscheiben verstopft wird. 
10:45 
In den Garten schleichen. Baumscheibe zwischen die Zähne nehmen und gemeinsam wegtragen. 
10:46 
Erwischt werden. 
10:50 
Bei verschlossener Terrassentür in der Küche Trübsal blasen. 
11:30 
Spätes Frühstück. Nicht satt werden. Lunas Napf ernsthaft in Betracht ziehen. 
11:31 
Der spinnt ja wohl! Vorwitzigen Rüden verkloppen.
11:32 
Mist, die meint das ernst! Brustwunde entgegennehmen. 
11:33 
Grummeln. Rummaulen. Wunden lecken. 
13:33 
Sich bei Luna entschuldigen. Scheitern. 
16:00 
Zum Tierarzt fahren. Wieso? 
16:10 
Düdeldödeldadel, was is’n jetztssssss? (Vollnarkose.) 
16:15 
Tsssssssssssss. (OP. Ein Reißzahn ist tief in den Pectoralis eingedrungen. Wird mit fünf Stichen genäht.) 
17:30 
Wieder daheim. Ein bisschen wanken und Mitleid erregen. 
19:00 
Pectoralis tut weh. Alles Scheiße. Nie wieder Fremdnapf. 
19:29 
Abendessen. In den eigenen Napf starren. Bloß nicht rüberschielen jetzt! 
19:30 
Abendessen. Wehe, der schielt hier rüber! 
20:00 
Drei Folgen Lassie gucken. Streber! 
23:00 
Ins Zweibeinerbett mogeln. 
23:01 
Dielen sind doof. 
23:10 
Erneut Bettasyl beantragen. 
23:20 
Unverrichteter Dinge ins Körbchen trollen. Bettruhe. 
04:30 
LINGELING! Sich auf den neuen Tag freuen und allen schon mal Bescheid sagen!!!


      
272 Seiten drunter und drüber. 
Mit allerneuestem Krause-Irrsinn!

Die vergeblichen Bemühungen, wenigstens ein bisschen Ordnung ins Chaos zu bringen, werden sorgfältig, ehrlich und ungeschönt  in den drei Geschichten des 5. Kapitels Die Schul-Schwänzler zusammengefasst.

Bloody Wurstfinger erzählt vom positiv bestärkenden Versuch, Luna mit Blutwurst vollzustopfen, während sie sich aufregt. Ein Pils für den jungen Mann berichtet von dramatischen Maßnahmen, Wiki das Löchern von Familienmitgliedern abzugewöhnen. Sind wir nicht alle ein bisschen Krause? zeigt auf, dass wir nicht die einzigen Hundehalter sind, die albernes Zeug veranstalten, ohne rot zu werden


Die dritte Geschichte ist unter tatkräftiger Mitwirkung der Krawallmausgemeinde auf Facebook entstanden und fast genauso ins Buch gerutscht, wie sie im Februar 2012 hier aufgeschrieben wurde. Danke an euch alle!



Ab 22. April 2013 als Paperback, E-Book & Hörbuch.










„Prädikat: Wau!“
Gong




Kommentare:

  1. juhuuu! Freu mich schon drauf! :)

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  2. Angie und Loulou aus Berlin15. Januar 2013 um 19:08

    Das muss ich haben, aber ich lese Loulou das nicht vor, erkläre ihr auch nicht, warum ich lache und sie so glücklich ansehe, streichle und weiterlese.
    Weil sie ohne mein Zutun ein wohlerzogener, problemloser Hund, der sich auch mit großen Hunden zu benehmen weiß. Ob das was damit zu tun hat, dass sie vor dem Futternapf warten muss..?

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  3. Wie schön - ein neues Buch... und Luna hat Verstärkung bekommen!!! Ich habe gerade Herrchenjahre beendet und mich so sehr amüsiert... ein tolles Buch, ich habe Luna quasi beim Lesen beobachtet, es war ein Genuss! Und natürlich wird das blaue Buch schleunigst seinen Weg auf meinen Reader finden.
    Herzlichen Dank, dass Sie Ihre Erlebnisse mit der tollen Luna so wundervoll in Worte fassen und sie veröffentlichen.
    Mein Hund ist zwar nur klein, lieb (tatsächlich!!!) und 6,5kg schwer, aber für einen Hundemenschen sind Ihre Bücher einfach nur ein Muss!

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  4. Nun dauert es ja glücklicher Weise nicht mehr lange, bis das blaue Buch zu haben ist :-).
    Aber eine Frage sei gestattet: Welche Hunde sind da auf dem Buchdeckel?
    Hatten Luna und Wiki keine Lust, sich dort zu präsentieren?

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    1. Das sind Models. Stunthunde quasi. Die echten sind innen auf der Klappe.

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Krawallkommentare sind verboten. Es sei denn,
sie kommen von euren Hunden. :o)